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30.05.2012

Informationsgespräch mit dem Hochschullehrerbund (hlb)

v.l.n.r.: Dr. Hubert Mücke, Heinz Leymann

Zu einem weiteren Informationsgespräch trafen sich die IfKom kürzlich mit dem Bundesgeschäftsführer des hlb, Dr. Hubert Mücke, in Bonn. Dabei wurden folgende Themen erörtert:

  • Föderalismus-Reform
  • Promotionsrecht
  • Bachelor- und Mastereinstufung in der freien Wirtschaft
  • Mittelbereitstellung für Hochschulen

Die IfKom und der hlb sind sich einig, die zum 1. Juli 2006 in Kraft getretene Föderalismusreform hat wesentliche Auswirkungen auf den öffentlichen Dienst. Weil die Länder in der Bezahlung ihrer Beamten frei sind, besteht die Gefahr, dass reiche Bundesländer die Möglichkeit haben, durch Sonderzahlungen die unbesetzten Stellen mit Personen aus anderen Bundesländern besetzen zu können. Dies gilt u.a. für Professoren und Ingenieure. Beispielsweise ist z.Z. ein Mangel an Ingenieuren im öffentlichen Dienst vorhanden. Angedacht ist hierbei auf Bundesebene eine Sonderzahlung zur Ingenieurgewinnung. Hier sehen IfKom und hlb auf Landesebene eine Wettbewerbsverzerrung zugunsten der reichen Bundesländer oder einen Wettbewerb nach unten.

Beim Promotionsrecht bemängeln die IfKom und der hlb, dass das Promotionsrecht derzeit immer noch bei den Universitäten ist, obwohl alle Hochschularten angeglichen sind. Zugleich fordern IfKom und hlb, dieses einzige, klare, institutionelle Unterscheidungsmerkmal muss endlich behoben werden. Immer noch können Absolventen der Fachhochschulen derzeit nur an einer deutschen Universität oder an einer ausländischen Hochschule promovieren. Dies muss gesetzlich zugunsten der Hochschulen geändert werden. Nach Ansicht der IfKom und des hlb handelt es sich hierbei um eine nicht akzeptable Wettbewerbsverzerrung.

IfKom und hlb stehen den akademischen Bildungsgraden, die nach den Beschlüssen von Bologna eingeführt wurden, aufgeschlossen gegenüber. Bachelor und Master stehen auch in dem Bereich der Ingenieurwissenschaften neben dem hochanerkannten Diplom-Ingenieur für eine national wie international anerkannte akademische Hochschulausbildung. Bachelor und Master der Ingenieurwissenschaften sind mit Ihrer Hochschulausbildung den Ingenieuren gleich zu sehen. Dieser Sachverhalt muss in allen einschlägigen Gesetzen auch so geregelt werden. Des Weiteren sehen beide Verbände den ehemaligen Fachhochschulabschluss der Ingenieure höherwertiger als den jetzigen Bachelorabschluss an. Mit Sorge sehen IfKom und hlb die große unterschiedliche Bezahlungseinstufung der Master- und Bachelorabsolventen in der freien Wirtschaft. Darüber hinaus lehnen IfKom und hlb die Vermischung akademischer Grade mit langjährig bewährten handwerklichen Ausbildungsqualifikationen ab. So wäre etwa die Bezeichnung „Bachelor professional“ für Meister oder Fachwirte irreführend. Die bisher gegebene Transparenz zwischen handwerklicher und akademischer Bildung mit ihren jeweiligen Ausprägungen ginge praktisch verloren. Dies kann jedoch nicht Sinn von Neuregelungen auf nationaler und europäischer Ebene sein.

Während die Politik parteienübergreifend den Fachkräftemangel in den Bereichen der Ingenieurwissenschaften und Informatik lautstark beklagt und nach Abhilfe sucht, geht die Hessische Landesregierung genau den falschen Weg. IfKom und hlb beobachten seit langem, dass die Wertschätzung der Ingenieurleistungen im Gegensatz zu nichttechnischen Ausbildungsrichtungen in Politik, Verwaltung und Industrie deutlich zurückgeht. Anstatt die Ausbildungsbedingungen der von deutschen Unternehmen stark gesuchten Ingenieurstudenten nachhaltig zu verbessern und diese so wichtigen Nachwuchskräfte stärker zu fördern, kürzt die hessische Landesregierung die entsprechenden Clusterpreise in erheblichem Umfang. Dabei bilden gerade in einem rohstoffarmen Land wie Deutschland die Naturwissenschaftler und Ingenieure das Rückgrat der Wirtschaft. Wenn hier bei der Nachwuchsgewinnung überdurchschnittlich gespart wird, gefährdet das die Zukunftsfähigkeit der Deutschen Wirtschaft in hohem Maße. IfKom und hlb fordern deshalb die Landesregierung auf, das hier beabsichtigte Sparen an der falschen Stelle aufzugeben. Die bisher anerkannt gute Ausbildungsqualität der deutschen Naturwissenschaftler und Ingenieure könnte sonst ernsthaft in Gefahr geraten.

Der Hochschullehrerbund bietet denjenigen Ingenieurinnen und Ingenieuren, die sich für eine Professur an einer Fachhochschule interessieren Seminare zu Bewerbung, Berufung und Professur an: www.hlb.de

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