3. Pressemitteilung 2018 Herausgeber: IfKom – Ingenieure für Kommunikation e. V.

Industrie 4.0 braucht Glasfaserausbau

05.02.2018

Unter dem Thema „Industrie 4.0 braucht Glasfaserausbau“ fand der diesjährige Neujahrsempfang der Region NordWest des Verbandes Ingenieure für Kommunikation (IfKom e. V.) traditionell im ARCADEON - Haus der Wissenschaft und Weiterbildung in Hagen statt, zu dem der Vorsitzende Dipl.-Ing Manfred Wöllke erneut neben Mitgliedern Ehrengäste aus Politik, Industrie, Wissenschaft und Gewerkschaften begrüßte.

Anschließend wies in seiner Rede der Bundesvorsitzende der IfKom, Dipl.-Ing. Heinz Leymann, darauf hin, unsere Welt wird immer digitaler. Die Dampfmaschine von einst heißt heute Internet. Im Rahmen der 4. Industriellen Revolution wächst die Produktion mit modernster Informations- und Kommunikationstechnik zusammen, wobei künftig ganze Fabriken über die Internetplattform vernetzt sein werden, so dass intelligente Maschinen selbstständig Fertigungsprozesse koordinieren. Für eine solche Industrievernetzung brauchen wir eine flächendeckende Breitbandversorgung mit hoher Bitrate im Gigabereich.

Dipl.-Ing. Reinhard Genderka, Mitglied des Bundesvorstandes, machte in seinem Vortrag deutlich, dass die Vernetzung  der Welt im Gigabitbereich nur mit der Glasfasertechnik zu realisieren ist. Daher fordern die IfKom, die Glasfaser muss in jedes Haus und zu jedem Mobilfunkmast. Der Glasfaser- und 4G/5G Mobilfunkausbau muss quasi Hand in Hand erfolgen. Es bedarf außerdem einer Lockerung des Regulierungsregimes, um Investitionen zu stimulieren. Eine komplette Ersetzung des Kupfernetzes in ein Glasfasernetz würde für Deutschland ca. 100 Mrd. € kosten. Dabei stellt die Verlegung der Glasfaserkabel in das Erdreich den größten Kostenanteil dar. Der Netzausbau ist daher vom Aufwand zu reduzieren (Verlegetiefen der Glasfaserkabel sind zu verringern, Bau von oberirdischen Glasfaserlinien). Zugleich sind beim Glasfaserausbau Kooperationen zu fördern und Deckungslücken im ländlichen Raum durch staatliche Zuschüsse zu schließen.

Bei der Netzneutralität fordern die IfKom einen diskriminierungsfreien Zugang zu Inhalten, Diensten und Anwendungen für den Endnutzer des Internets. Die Teilhabe muss für jedermann gewährleistet sein. Das „best effort“-Prinzip soll als Grundlage für ein freies Internet gelten. Es darf keine Diskriminierung (Verlangsamung oder gar Blockade) im Netz aufgrund von Inhalten, Qualität, Herkunft und Zweck einer Nachricht geben. Das Ziel der IfKom ist die Beibehaltung eines „demokratischen Internets“.

Die immer weiter fortschreitende digitale Vernetzung zwischen Mensch und Maschinen erfordert ein besonderes Augenmerk auf den Datenschutz und der Datensicherheit. Aus der Sicht der IfKom muss das Ziel dabei sein, den Schutz der individuellen Selbstbestimmung des Einzelnen zu gewährleisten. Wir brauchen eine starke Aufmerksamkeit für den Datenschutz in Unternehmen, Verwaltungen, aber auch im privaten Bereich. Folglich ist nach Auffassung der IfKom eine Sensibilisierung der Bevölkerung unabdingbar. Diese muss bereits im Kindergarten erfolgen. Unternehmen - besonders mittelständische Unternehmen – sollten beim Datenschutz externe Unterstützung von Profis erhalten, beispielsweise durch das Bundesamt für Datenschutz. Zudem sind Mitarbeiter in Unternehmen, Verwaltungen regelmäßig systematisch zu schulen und zu sensibilisieren.

Vom 25. Mai 2018 an gilt die neue Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union. Mit Art. 17 der DSGVO „Recht auf Löschung (Recht auf Vergessenwerden)“ erhält beispielsweise eine Privatperson das Recht, bei den verantwortlichen Social Media-Anbietern seine persönlichen Daten und Fotos unverzüglich löschen zu lassen.

Der Neujahrsempfang war zudem ein wichtiger Anlass, um seine Mitglieder zu ehren. Für 50 Jahre Verbandszugehörigkeit wurde Dipl.-Ing. Heinz Theodor Becker aus Brilon geehrt. Nach seiner Ausbildung zum Starkstromelektriker bei der IHK studierte Becker an den Fachhochschulen Iserlohn und Saarbrücken. Als Ingenieur startete die Berufslaufbahn des Jubilars bei der Kernforschungsanlage Jülich als „Strahlenschutzing“. 1967 ging Becker zum damaligen Fernmeldeamt Meschede der Deutschen Bundespost. Dort nahm er bis zu seiner Pensionierung mehrere Führungspositionen wahr. Von 1978 bis 1986 studierte Becker zudem an der Fernuniversität Hagen Wirtschaftswissenschaft und nahm von 1971 bis 1976 eine nebenberufliche Lehrtätigkeit an der Technikerschule und Berufsschule in Bigge-Olsberg als Fachlehrer für Steuerungs-, Nachrichtentechnik wahr.

Für 40 Jahre Verbandszugehörigkeit wurde Dipl.-Ing. Horst Bohlmann aus Hüllhorst geehrt. Bohlmann studierte an der Fachhochschule Bielefeld Elektrotechnik/Elektronik. Nach seinem Studium begann der Jubilar bei der Deutschen Bundespost. Bis zu seinem Ruhestand im Jahre 2009 nahm Bohlmann ebenfalls mehrere Führungspositionen wahr. Seit 30 Jahren ist er Vorstandsvorsitzender der Lebenshilfe Lübbecke e.V. und seit 10 Jahren Mitglied im Landesvorstand des Landesverbandes der Lebenshilfe NRW, zuletzt als stellvertretender Landesvorsitzender. Für sein ehrenamtliches Engagement bekam Bohlmann 2007 das Bundesverdienstkreuz am Bande und 2014 den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen.

Die Ehrenurkunden überreichte der Vorsitzende der IfKom Region NordWest, Dipl.-Ing. Manfred Wöllke.

Zu den Gratulanten gehörten u.a. Horst Wisotzki, Bürgermeister der Stadt Hagen und Prof. Dr. Ada Pellert, Rektorin der Fernuniversität Hagen.

Die Ingenieure für Kommunikation e. V. (IfKom) sind der Berufsverband von technischen Fach- und Führungskräften in der Kommunikationswirtschaft. Der Verband vertritt die Interessen seiner Mitglieder – Ingenieure und Ingenieurstudenten sowie fördernde Mitglieder – gegenüber Wirtschaft, Politik und Öffentlichkeit. Der Verband ist offen für Studenten und Absolventen von Studiengängen an Universitäten und Hochschulen aus den Bereichen Telekommunikation und Informationstechnik sowie für fördernde Mitglieder. Der Netzwerkgedanke ist ein tragendes Element der Verbandsarbeit. Gerade ITK-Ingenieure tragen eine hohe Verantwortung für die Gesellschaft, denn sie bestimmen die Branche, die die größten Veränderungsprozesse nach sich zieht. Die IfKom sind Mitglied im Dachverband ZBI – Zentralverband der Ingenieurvereine e. V. Mit über 50.000 Mitgliedern zählt der ZBI zu den größten Ingenieurverbänden in Deutschland.

Verantwortlich: Dipl.-Ing. Heinz Leymann, IfKom-Bundesvorsitzender

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Foto: v.l.n.r.: Dipl.-Ing. Heinz Leymann (IfKom), Dipl.-Ing. Horst Bohlmann (IfKom), Prof. Dr. Ada Pellert (Fernuni Hagen), Dipl.-Ing. Heinz Theodor Becker (IfKom), Horst Wisotzki (Bürgermeister Stadt Hagen), Dipl.-Ing. Manfred Wöllke (IfKom)
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