Finanzmittel, Fachleute und gute Ideen - wie Städte smart werden

22.08.2019

Dem Debattenportal Meinungsbarometer.info gab der IfKom-Bundesvorsitzende Heinz Leymann ein Interview zur Entwicklung der Smart Cities. Sie lesen hier einen Auszug. Das vollständige Interview ist hier zu finden:

https://www.meinungsbarometer.info/beitrag/Finanzmittel-Fachleute-und-gute-Ideen_3468.html

"Eine ausreichend dimensionierte Kommunikations-Infrastruktur ist unabdingbare Voraussetzung für intelligente Anwendungen", weiß IfKom-Bundesvorsitzender Heinz Leymann, wenn gleich Smart Cities mehr brauchen als nur freies WLAN auf öffentlichen Plätzen.

Frage: Wo stehen die hiesigen Kommunen auf dem Weg zu Smart Cities?

Die Kommunen tun schon einiges, könnten jedoch viel weiter sein. Dazu benötigen sie ausreichend Finanzmittel, die richtigen Fachleute und gute Ideen, die den Bürgern einen Nutzen bringen.

Durch Vernetzung soll vieles effizienter werden, beispielsweise die Mobilität, die Kommunikation, die Verwaltungsprozesse, die Ver- und Entsorgung oder die Logistik. Die Technik ist dabei Mittel zum Zweck. Schwieriger ist es, vorher getrennte und analoge Prozesse zusammenzuführen. Eine Smart City ist also mehr als nur freies WLAN auf öffentlichen Plätzen. Aber eine ausreichend dimensionierte Kommunikations-Infrastruktur ist unabdingbare Voraussetzung für intelligente Anwendungen. Wir setzen uns als Verband daher seit langem vehement für einen flächendeckenden Breitbandausbau ein.

Smart Cities benötigen Fachkräfte. IT-Experten sind aber nicht nur in der Verwaltung gefragt, sondern auch in vielen Unternehmen. Daher muss die öffentliche Verwaltung attraktive Arbeitsplätze und ein angemessenes Bezahlungssystem bieten. Ohne ausreichende Ingenieure und IT-Experten stockt nicht nur die Digitalisierung, auch Planungs- und Bauaktivitäten der Kommunen können nur verzögert oder gar nicht durchgeführt werden.

Frage: Informations- und Kommunikationstechnologien verbrauchen schon heute immer mehr Ressourcen. Wie lässt sich sicherstellen, dass Smart Cities nicht mehr Probleme schaffen, als sie lösen?

Ein Schwerpunkt der nachhaltigen strategischen Ansätze einer Smart City liegt auf der Ressourcenoptimierung einer Stadt. Wenn durch die Informations- und Kommunikationstechnik der Verkehr in den Städten flüssiger gehalten werden kann, Parkplatzsuchverkehr minimiert wird und durch Optimierung der ÖPNV stärker genutzt wird, wirkt sich das auch vermindernd auf die Emission der Treibhausgase aus.

Ein großer Teil der IKT-Infrastruktur steckt übrigens in Rechenzentren. Die Investitionen dafür in Deutschland wachsen jährlich um ca. 10%. Deutsche Rechenzentren gehören zu den energieeffizientesten weltweit. Viele Rechenzentrumsbetreiber sehen keine geeigneten Abnehmer für die Wärme. Im Vergleich zu anderen Ländern verhindern in Deutschland die hohen Stromkosten für Wärmepumpenstrom die Wirtschaftlichkeit der Abwärmenutzung.

Fazit:

Aus unserer Sicht zeichnet die Smart City mit Vernetzung und Kommunikation ein spannendes Bild der Anwendung von Informations- und Kommunikationstechnik, um urbanes Leben für alle Bewohner einfacher, effizienter, gesünder, ressourcenschonender und nachhaltiger zu machen. Derzeit sehen wir eine zunehmende Sammlung von Einzelprojekten. Der Bund hat ein Volumen von insgesamt 750 Mio. Euro für die nächsten 10 Jahre zur Förderung von Smart City-Projekten eingeplant. Die Entwicklung wird also weitergehen und ich freue mich, dass unsere Branche einen bedeutenden Anteil am Gelingen hat.

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IfKom Bundesvorsitzender Heinz Leymann
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