Rückblick

Neujahrsempfang des Bezirks Nordbaden-Pfalz-Saar

29.01.2004

Am 28. Januar 2004 lud der Bezirk Nordbaden-Pfalz-Saar zu seinem Neujahrsempfang in das Schloss Bruchsal, das dieser Veranstaltung einen wahrlich festlichen Rahmen verlieh. Erbaut in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts im Barockstil, war es Residenz der Fürstbischöfe von Speyer, wurde kurz vor Ende des zweiten Weltkriegs zerstört und danach in altem Glanz wiederaufgebaut. Die Gäste, die aus den Ortsverbänden Karlsruhe, Heidelberg, Mannheim und Neustadt kamen, waren sichtlich beeindruckt, als sie in den reich ausgestatteten Fürstensaal mit seiner barocken Grundstruktur und dem reichen Dekor des Rokoko traten, wo der offizielle Teil der Veranstaltung stattfand.
Die musikalische Eröffnung des Abends erfolgte zu aller Freude und Überraschung durch den Bezirksvorsitzenden Dipl.-Ing. Jürgen Gottstein mit einem Akkordeonsolo, der Ouvertüre in E-Dur von Hermann Schittenhelm, was mit kräftigem Beifall der Gäste honoriert wurde. Danach begrüßte er die zahlreich erschienenen Gäste, darunter Bürgermeister Ulli Hockenberger, den Leiter der Telekom-Niederlassung Technische Infrastruktur Südwest, Dipl.-Ing. Ulrich Schwär, den Bundesvorsitzenden des Verbandes IfKom, Dipl.-Inf. Hartwig Bazzanella und von der Fachhochschule Karlsruhe – Hochschule für Technik – den Rektor Herrn Prof. Dr. Fischer, den Dekan für Elektro- und Informationstechnik, Herrn Prof. Dr. Sapotta und Herrn Prof. Dr. Krieg, den Festvortrag hielt.

Bürgermeister Ulli Hockenberger nahm die Gelegenheit gern wahr, die Gäste in Bruchsal und in seinem Schloss willkommen zu heißen, stellte seine Stadt mit ihren 42 000 Einwohnern mit einigen kennzeichnenden Zahlen und Daten vor und wünschte der Veranstaltung einen guten Verlauf.

Dipl.-Ing. Ulrich Schwär, ging in seinem Grußwort auf die wesentlichen Aufgaben der Niederlassung Technische Infrastruktur Südwest der Deutschen Telekom ein und auf den Beitrag, den die Ingenieure dabei leisten. Wichtig ist, dass es neue technische Entwicklungen nie nur um ihrer selbst willen geben darf sondern immer nur zum Nutzen der Menschen, die als Kunden davon Gebrauch machen und so zum geschäftlichen Erfolg des Unternehmens wesentlich beitragen.

Den Höhepunkt des Neujahrsempfangs bildete der Festvortrag von Herrn Prof. Dr. Krieg unter dem Titel „Ingenieurarbeit für den Bürger – Forschung und Entwicklung an der Fachhochschule Karlsruhe“. In mehreren Beispielen zeigte er auf, wie wissenschaftliche Forschungsergebnisse in praktische Anwendungen umgesetzt worden sind. Mit Staunen erfuhren die Zuhörer von einem in der FH Karlsruhe für die Getränkeindustrie entwickelten Detektorsystem auf Grundlage der Spektralanalyse und der Mikrowellenabsorption durch Moleküle, mit dem in der Stunde 40.000 Kunststoff PET-Flaschen geprüft und verunreinigte Flaschen ausgesondert werden können. Ein anderes System in Getränkeabfüllautomaten nutzt die Fluoreszenzanalyse zur Feststellung von Flüssigkeitsresten in wiederverwendeten Flaschen. Nach Aussage von Prof. Krieg liegt die Zukunft jedoch nicht in der mehrfachen Befüllung von Flaschen sondern im sogenannten Food-to-Food-Recycling, bei dem Kunststofflaschen zerkleinert, auf ihre Sauberkeit geprüft und zu neuen Flaschen verarbeitet werden. Auch dafür wurde an der FH Karlsruhe ein System entwickelt, mit dem 100.000 Kunststoff-Schnipsel pro Sekunde überprüft werden können, wodurch ein wirtschaftlicher Einsatz möglich ist. Als letzte Anwendung stellte Prof. Krieg ein System zur Messung der Reinheit von Kohlensäure für Getränke vor. Mit Hilfe eines UV-Spektrometers mit Höchstauflösung können noch drei Moleküle unter einer Milliarde Molekülen (3 ppb) festgestellt werden. Wenn alle diese Beispiele auch nicht aus unserem angestammten Fachbereich der Kommunikationstechnik stammen, zeigen sie doch, welche maßgebliche Rolle die Fachhochschulen beim Technologie-Transfer zu praxisreifen Produkten spielen können. Welches Interesse Herr Prof. Krieg mit seinen Ausführungen fand, ließ sich aus dem langanhaltenden Beifall der Zuhörer ablesen.

Danach trat der IfKom-Bundesvorsitzende Hartwig Bazzanella ans Mikrofon und gab seiner Freude Ausdruck, an diesem Empfang teilnehmen zu können. In seinen Ausführungen zu aktuellen berufspolitischen Aspekten ging er besonders auf die Ausweitung der Angebote des Verbandes für seine Mitglieder ein. So stellte er die Angebote der neugeschaffenen IfKom-Akademie für interne und externe Weiterbildung vor, die nach guter Resonanz besonders für den Mittelstand weiter ausgebaut werden sollen. Ein weiterer Aspekt liegt in der Förderung der Selbsthilfe von Mitgliedern in Beschäftigungsgesellschaften, wie er am Beispiel des Bezirks Südbayern deutlich machte. Auch die Beteiligung an Messen, z.B. CeBIT, bietet den Mitgliedern eine Möglichkeit, ihr Fachwissen auf dem neuesten Stand zu halten. Darüber hinaus soll das IfKom-Forum auf der IfKom-Homepage die Kommunikation innerhalb des Verbandes intensivieren. Alle diese Angebote sollen die Attraktivität der IfKom verstärken. Es liegt nun an den Mitgliedern, diese Angebote auch zu nutzen. Herr Bazzanella forderte deshalb alle Mitglieder auf, davon Gebrauch zu machen und sich von ihrem Nutzen zu überzeugen. Nur wenn sich viele beteiligen und sich vom Nutzen der Angebote überzeugen, können wir auch andere für die IfKom interessieren und so für eine Stärkung des Verbandes beitragen. Er ermunterte alle mitzumachen und sich an der Aktion „Mitglieder werben Mitglieder“ zu beteiligen. Nur gemeinsam können wir den Verband nach vorn bringen.

Ein weiterer wichtiger Programmpunkt war die Ehrung langjähriger Mitglieder. Außer 17 Mitgliedern, die dem Verband 40 Jahre die Treue gehalten haben, konnte Herr Gottstein acht Jubilaren für 50jährige Mitgliedschaft danken und die Urkunde und ein Buchgeschenk überreichen. Es sind dies die Herren Albert Dafferner, Rudi Häuser, Franz Joner, Richard Nolte, Herbert Oster, Walter Magerkurth, Klemens Schlosser und Heinz Hoffmann, von denen aus gesundheitlichen Gründen leider nicht alle persönlich anwesend sein konnten.

Nach einem abschließenden Musikstück, nochmals dargeboten von Jürgen Gottstein, war der Weg frei zum anschließenden Stehempfang im prächtigen Treppensaal, wo die Gäste im Anblick des herrlichen Treppenhauses von Balthasar Neumann bei einem Imbiss in angenehmer Atmosphäre das Gespräch untereinander suchen konnten.

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