Rückblick

Karlsberg – Bier-Gefühl

20.10.2016

In den letzten Jahren hatten wir jeweils eine Besichtigung in dem Bereich Lebensmittel und dergleichen durchgeführt. In diesem Jahr hatten wir „Bier“ als Thema gewählt und eine Besichtigung bei der Karlsberg-Brauerei in Homburg realisiert. Herr Peter Hiege begrüßte uns im alten Sudhaus und stellte an den Anfang einen Rückblick auf das Unternehmen. Der Kaufmann Christian Weber gründete 1878 die „Bayerische Bierbrauerei zum Karlsberg“. Noch heute ist das Unternehmen als Privatbrauerei im Besitz der Familie Weber. Beeindruckend waren die sechs kupfernen Sudkessel, die aber heute nicht mehr im Betrieb sind.

Weiter ging es zum neuen Sudhaus. Hier konnte die technische Entwicklung des Brauens verfolgt werden. Waren an der einen Wand noch Schalttafeln zu sehen, so standen auf der Tischreihe davor nur noch Bildschirme der Computer, mit denen die Herstellung des Bieres gesteuert wird.

An dieser Stelle gab es auch Informationen über das Reinheitsgebot des Bieres. Es wurde am 23. April 1516 als Bayerische Reinheitsgebot erlassen. Danach durfte Bier nur aus Wasser, Hopfen, und Malz hergestellt werden. Wurde früher ausschließlich aus Gerste das Malz hergestellt, kam später auch alternativ dazu Weizen in Frage. Erst 1918 wurde aus dem bayerischen das deutsche Reinheitsgebot und dort auch die Hefe als Grundprodukt zum Bierbrauen fixiert.

Weiter erklärte Herr Hiege den Unterschied zwischen obergärigem und untergärigem Bier. Hier wird zur Auslösung der Gärung entweder obergärige oder untergärige Hefe der Würze zugefügt. Bei obergäriger Hefe steigt die Hefe nach oben, bei untergäriger Hefe sinkt sie nach unten. Obergärige Hefe kommt zum Beispiel bei Weißbier oder Alt zum Einsatz, während untergärige Hefe zum Beispiel beim Pils und Export Bier verwendet wird. Früher wurden untergärige Biere in der Regel nur während der Herbst-/Wintermonate gebraut, da untergärige Hefe nur kontrolliert bis zu einer Temperatur von 16 Grad Celsius vergärt werden kann, während man obergärige Hefen bis zu einer Temperatur von 26 Grad Celsius geregelt vergären kann und man in früherer Zeit so auch in der Lage war, in den Sommermonaten Bier zu brauen. Die Hefe wird 4-mal zum Gären genutzt werden.

Nach diesem Exkurs ging es in die Flaschenfüllanlage. Am Anfang der Straße wurden jeweils aus 10 Kästen gleichzeitig die Flaschen auf das Transportband gebracht wurden. Weiter ging es in die Reinigungsanlage, um die Flaschen von innen und außen zu säubern. In den nächsten Arbeitsgängen folgten dann die Befüllung, das Verschließen und die Etikettierung der Flaschen. Zum Schluss wurden wieder 10 Kästen gleichzeitig mit Flaschen befüllt. Das Ganze ging ohne große menschliche Unterstützung von statten, der große Lärm war Anzeichen dafür, wie schnell hier die Maschinen arbeiten. Herr Hiege erklärte, dass eine Glasflasche etwa 25 Mal gefüllt werden kann, bevor sie dem Altglas zugeführt wird.

Zum Abschluss der Besichtigung ging es in den Homburger Hof, einem Traditionshaus mit über 100-jähriger Geschichte. Bei Bierbrot-Canapés „saarländische Art“ konnten verschiedene Biersorten verköstigt werden.

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Einführung in die Welt des Bierbrauens
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