Presseinfo

Weiterentwicklung eines Prüfsystems für Radar-Antennen - schnelle Schnittstelle wird durch IfKom-Preis an der Hochschule Ulm belohnt

25.09.2012

Den IfKom-Preis, den der Verband Ingenieure für Kommunikation, Bezirk Württemberg, für besondere Leistungen auf dem Gebiet der Kommunikationstechnik verleiht, erhielt Igor Beltschikow, Studiengang Nachrichtentechnik an der Hochschule Ulm.

 

Die Überwachung und die Navigation von Flugzeugen und Schiffen sind ohne Radar kaum denkbar. Moderne Radarsysteme kommen ohne bewegliche (z.B. drehbare) Antennen aus und richten ihre Sende- und Empfangsdiagramme elektronisch mittels eines aktiven Phased-Arrays aus.

 

Zur Inbetriebnahme von aktiven Phased-Array-Radarsysteme müssen Hunderte von Sende- und Empfangsmodulen getestet und kalibriert werden. Um die Konfigurationszeit dafür zu reduzieren, hat der Preisträger ein automatisches Prüfsystem für Radar-Sende/Empfangsmodule so modifiziert, dass die Konfigurationszeit für die Module damit nur noch Eintausendstel von der bisher anzusetzenden Zeit beträgt.

 

Seine hardware- und softwareorientierte Aufgabe bestand in der Realisierung einer Schnittstellenkarte für die schnelle Datenübertragung, der Festlegung eines Übertragungsprotokolls, der Integration einer Signalverarbeitung auf der Basis eines programmierbaren ICs, der Software zur Ansteuerung des ICs und der Integration seiner Ergebnisse in das vorhandene Prüfsystem. Die herausragende Arbeit wurde betreut von Prof. Dr. Marianne von Schwerin und Prof. Dr. Frowin Derr, dem Dekan der Fakultät.

 

In seiner Ansprache stellte Rektor Professor Dr. Achim Bubenzer die hohe Komplexität der gegenwärtigen Welt in den Mittelpunkt und warnte vor Vereinfachung. Die Menschheit habe es verstanden, immer neue hochkomplexe Systeme, Prozesse und Produkte zu schaffen – gesellschaftlich wie technisch gesehen. Mit dieser Aussage stieg Professor Dr. Bubenzer in ein Thema ein, das angesichts der Finanz- und Schuldenkrise äußerst aktuell ist. Komplexität weckt den Drang zur Vereinfachung vor allem bei jenen, die machtpolitisch oder wirtschaftlich nach den eigenen Vorteilen suchen. Nur allzu leicht werde diesen Vereinfachern geglaubt, merkte der Rektor an.

 

Begegnungen mit hochkomplexen technischen Systemen haben die Absolventen in Studium und Praxis bereits erlebt. Seiner Ansicht nach sollten die Absolventen deshalb wissen, dass man der Komplexität nur mit mühsamer Detailarbeit und in gut organisierten Gruppen zu Leibe rücken kann.

 

Vor mehreren hundert geladenen Gästen überreichte in der Aula der Hochschule Ulm IfKom-Mitglied Dipl.-Ing. Lothar Hagel den IfKom-Preis für das Sommersemester 2012 an B.Eng. Igor Beltschikow. Die Bachelorarbeit, durchgeführt bei der Fa. Cassidian in Ulm, wurde „mit Auszeichnung“ bewertet.

Die IfKom gratulieren Igor Beltschikow zu seinem Erfolg.

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v.l.n.r.: Prof. Forster (HS-Ulm), Preisträger B.Eng. Igor Beltschikow, Dipl.Ing.Lothar Hagel (IfKom), Prof. Dr. Frowin Derr (Dekan HS Ulm)
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