Rückblick

Bundesvorsitzender Prof. Dr. Norbert Wißing bei Telekom-Personalvorstand Dr. Heinz Klinkhammer

IfKom aktuell: Bundesvorsitzender Prof. Dr. Norbert Wißing bei Telekom-Personalvorstand Dr. Heinz Klinkhammer

06.04.2006

Am Donnerstag, 06.04.2006, trafen in der Bonner Telekom-Zentrale der IfKom-Bundesvorsitzende Prof. Dr. Norbert Wißing und Dr. Heinz Klinkhammer, Personalvorstand der Deutschen Telekom, zu einem Gedankenaustausch zusammen.

Bereits Ende des vergangenen Jahres hatte sich Prof. Dr. Wißing in Sachen des geplanten Personalabbaus von 32.000 Stellen bei der Deutschen Telekom an deren Vorstandsvorsitzenden Kai-Uwe Ricke gewandt und sich dafür eingesetzt, dass bei den Maßnahmen insbesondere die Bedeutung der Arbeit der Ingenieure entsprechend gewürdigt und berücksichtigt werden sollte (siehe Anlage1 unten).

Dr. Klinkhammer hatte im Namen von Kai-Uwe Ricke auf die Eingabe geantwortet (siehe Anlage2 unten). In Folge des Dialogs trafen Prof. Dr. Wißing und Dr. Klinkhammer in Bonn nun zum Gespräch zusammen.

Dr. Klinkhammer betonte, dass die Zahl von 32.000 feststünde. Bis 2008 würden Mitarbeiter in dieser Anzahl mit dem Vorschlag einer Vorruhestands- bzw. einer Abfindungsregelung angesprochen. Im Zuge des Aufbaus des neuen Glasfasernetzes entstünden gleichzeitig ca. 5.000 neue Arbeitsplätze, die zum Teil allerdings temporärer Natur seien.

Damit dieses neue Geschäftsfeld im Blickfeld der Deutschen Telekom zum Tragen komme, müssten - so Dr. Klinkhammer - entsprechend aufsetzende Services und Dienstleistungen geschaffen und auf den Markt gebracht werden. Größte Konkurrenten für die DTAG seien in diesem Bereich insbesondere die Kabelbetreibergesellschaften, die über rund 23 Millionen potentieller Kunden verfügten, bei denen ein möglicher Anschluss bereits bis ins Wohnzimmer hinein bestünde.

Wie Dr. Klinkhammer weiter erklärte, wird der Konzern Deutsche Telekom, um konkurrenzfähig zu bleiben, in allen Bereichen Personal abbauen müssen - selbst im Mobilfunkbereich, obwohl dieser Gewinne einfahre.

Bislang sei man bereits mit rund 1.200 Mitarbeitern im Gespräch, die ihr grundsätzliches Interesse hinsichtlich der vom Konzern angebotenen bzw. Abfindungsregelung bekundet hätten. Wichtig, so Klinkhammer, sei es, nun ein Signal seitens der Politik in Sachen einer Vorruhestandsregelung auch für Beamte zu erhalten. In dieser Richtung sei er selbst hoffnungsfroh, dass eine baldige Entscheidung fallen werde. Insgesamt gehe er davon aus, dass bis 2008 rund 6.000 Beamte den Konzern aufgrund einer solchen Regelung freiwillig verlassen würden.

Auf die Frage, ob ein Verlust an fachlichem Know-how in Folge einer solch umfassenden Personalreduzierung aufgefangen werden könne, antworte Dr. Klinkhammer, dass man eine solche Befürchtung nicht teile: Gründe dafür seien die technische Weiterentwicklung, durch die bestimmte Tätigkeiten eingespart werden könnten, eine erweiterte Nutzung des Internets als Vertriebsweg oder auch die Optimierung der konzerneigenen Callcenter.

Als Beispiel dafür, dass sich viele der anfallenden Arbeiten mit der Zeit von selbst erledigten, nannte er den Netzaufbau in der Slowakei, wo inzwischen lediglich nur noch ein Teil der zu Beginn dort beschäftigten Mitarbeiter tätig sei.

Die Frage, inwieweit die Ingenieure des Konzerns von den geplanten Abbaumaßnahmen betroffen sein würden, beantwortete Dr. Klinkhammer damit, dass die Bedeutung der technischen Berufe innerhalb des Konzerns in Zukunft insgesamt weiter abnehmen werde. Zwar werde der Markt für diese Berufsgruppen ab ca. 2010 wieder bewerberfreundlicher aussehen, in näherer Zukunft werde der Konzern jedoch zunächst auf eine Verstärkung der Serviceaspekte setzen.

Im Vergleich zu Unternehmen wie Vodafone sei man bei der Deutschen Telekom immer noch zu sehr techniklastig. Aus diesem Grunde würde die Anzahl der technikgetriebenen Berufsgruppen innerhalb des Konzerns eher weniger bzw. es gäbe nur selektiv neue Einstellungen.

Zum Abschluss des Gesprächs vereinbarten Prof. Dr. Wißing und Dr. Klinkhammer eine Fortsetzung des gemeinsamen Austauschs. Gleichzeitig erklärte sich Dr. Klinkhammer bereit, in Zukunft auch im Rahmen von Veranstaltungen der IfKom sprechen zu wollen, wenn es sein Terminkalender zuließe.

 

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