Rückblick

Die IfKom sehen in der Modernisierung der BK-Netze einen Katalysatoreffekt für die Informationsgesellschaft in Deutschland

Die IfKom sehen in der Modernisierung der BK-Netze einen Katalysatoreffekt für die Informationsgesellschaft in Deutschland

14.03.2001

Die Ingenieure für Kommunikation (IfKom) haben sich im Rahmen eines parlamentarischen Abends am 13. März 2001 in Berlin für die beschleunigte Modernisierung des Breitbandkabel(BK)-Netzes ausgesprochen. Neben der dritten Mobilfunkgeneration (UMTS) ist dies das beherrschende aktuelle Technikthema. Modernisierte BK-Netze können schnellen Internetzugängen in den Privathaushalten zum Durchbruch verhelfen. Um die technischen Grundvoraussetzungen zu schaffen, müssen die BK-Netze rückkanalfähig gemacht werden, um aus dem TV-Verteilnetz ein Kommunikationsnetz zu machen. Die IfKom sind davon überzeugt, dass mit Internet- und Multimediadiensten am Fernseher ganz neue Nutzungsmöglichkeiten geschaffen werden können. Über das BK-Netz lassen sich sehr hohe Übertragungsraten realisieren. Außerdem kann auf diesem Weg der Nutzerkreis erheblich erweitert werden, womit Bürger an der Informationsgesellschaft teilhaben könnten, die bisher nicht erreicht wurden. Zur Zeit werden 60 % der deutschen Haushalte über die BK-Netze mit TV-Programmen versorgt.

Zusammen mit Experten aus dem Regulierungsbereich, der herstellenden Industrie und den Medienanstalten wurden mit Abgeordneten des Deutschen Bundestages sowie Vertretern aus dem vorpolitischen Raum Rahmenbedingungen für die Modernisierung der BK-Netze erörtert. Im bereits erfolgten und im derzeit stattfindenden Verkauf der BK-Netze durch die Deutsche Telekom werden entscheidende Grundvoraussetzung für wettbewerbliche Strukturen im Ortsnetz geschaffen - so wurde diskutiert. Erst wenn es mehrere Teilnehmeranschlussmöglichkeiten gibt, die im Wettbewerb zueinander stehen, könne die Deutsche Telekom aus der Regulierung entlassen werden. Für weitere Investitionsmaßnahmen in die Modernisierung der BK-Netze sei es jedoch genauso entscheidend, ob die Regelungen des Telekommunikationsgesetzes, die einen schmalbandigen Universaldienst betreffen, auch für Breitbanddienste über die BK-Netze gelten werden. Wie ein Unternehmensberater mit großer Regulierungserfahrung betonte, sei im Sinne eines Investitionsschutzes für die BK-Netzbetreiber von einer Regulierung von Breitbanddiensten über die BK-Netze abzusehen. Für ihn ist es unzweifelhaft, dass das Telekommunikationsgesetz novelliert werden muss.

Bisher haben ausschließlich US-amerikanische Unternehmen die bislang von der Deutschen Telekom verkauften Anteile an den BK-Regionalgesellschaften erworben. Aus Sicht der herstellenden Industrie könnte sich das als problematisch erweisen, da die Gefahr bestehe, dass die US-amerikanischen Unternehmen ihre eigenen Lieferanten und Standards mitbringen. Größere BK-Modernisierungsprojekte wurden von ihnen noch nicht durchgeführt. Aufgrund der hohen Preise für die Anteilserwerbe seien diese Unternehmen jedoch auch gezwungen, schnell weitere Nutzungsmöglichkeiten der BK-Netze zu entwickeln und zu erschließen. Anderenfalls werde es Probleme in der Finanzierung geben.

Gegenüber den versammelten Politikern machten die IfKom in diesem Zusammenhang auch darauf aufmerksam, dass die bei den Kabelgesellschaften inzwischen beschäftigten Ingenieure in weiten Bereichen beurlaubte Beamte sind. Es muss auch in Zukunft möglich bleiben, dass beurlaubte Beamte bei den BK-Netzbetreibern beschäftigt bleiben können, auch wenn die Deutsche Telekom ihre Eigentumsanteile weiter verringert. Ansonsten würden in Deutschland schon gar nicht die Fachkräfte zur Verfügung stehen, um die BK-Netze umfassend zu modernisieren.

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