Rückblick

Irlands Aufschwung im Verborgenen mit Informations- und Kommunikationstechnik 39. FITCE-JahresKongress in Limerick

Irlands Aufschwung im Verborgenen mit Informations- und Kommunikationstechnik

29.08.2000

Vom Aufschwung in der Informations- und Kommunikationswirtschaft profitierte in den letzten Jahren besonders ein Land, das einst als Westeuropas Armenhaus galt: Irland. Da das irische Telefonnetz modern und bei 3,5 Millionen Einwohnern nicht ausgelastet ist, sind Telekommunikationsdienstleistungen relativ billig. Mit 60 paneuropäischen Callcentern steht die Insel an der Spitze des Kontinents. Computerhersteller wie Dell und Gateway wickeln über Irland ihren Europaservice ab. Der Autovermieter Hertz oder die Lufthansa nehmen hier elektronische Buchungen entgegen. Auch das Softwareunternehmen SAP betreibt in Irland seine Support-Zentrale für Europa. dass Telekommunikation der Katalysator für Wirtschaftswachstum ist, davon konnten sich rund 300 Telekommunikationsexperten aus Europa anläßlich der 39. FITCE-Jahrestagung vom 23.-26. August in Limerick ein Bild machen.
Das Bruttosozialprodukt in Irland wuchs von 1995 bis 1999 im Jahresdurchschnitt um neun Prozent. Die rund 550 ansässigen Softwareunternehmen, darunter fast alle Branchenführer, machen Irland zum wohl größten Software-Exporteur Europas. Während es vor Jahren noch viele gut ausgebildete Fachleute waren, die für eine Ansiedlung in Irland sprachen, so ist es für die Unternehmen auf dem Arbeitsmarkt auch allmählich in Irland eng geworden. Auch hier wird händeringend nach ausländischen Fachleuten gesucht, um dem Fachkräftemangel zu begegnen. Aus dem historischen Auswanderungsland ist ein Einwanderungsland geworden. Jährlich kommen rund 50.000 Neubürger ins Land, deutlich mehr, als die Insel verlassen. Aber auch im Land selbst wird viel für die Ausbildung des eigenen Nachwuchses getan.
Von den hervorragenden Studienbedingungen konnten sich die Teilnehmer am diesjährigen FITCE-Kongress direkt überzeugen, da dieser auf dem Campus der University of Limerick stattfand. Unter der Überschrift "New Dimensions, New Challenges" kamen zum FITCE-Kongress 35 Referenten aus Europa und den USA zu Wort, die in acht Themenblöcken einen guten internationalen Überblick über neue Ideen und Entwicklungen gaben. Von den regulatorischen Bedingungen über die Netzüberwachung, die dritte Mobilfunkgeneration, die Qualitätsmaßstäbe, den Kundennutzen, die Entwicklungen in der Netztechnik, die Ausweitung der Internetplattform bis zu Zukunftsmodellen wurden viele Themen aus unterschiedlichen Blickwinkeln behandelt.
Mit einem Besuch in Ennis wurde das "Information Age Town"-Projekt der irischen Eircom vorgestellt, mit dem Erfahrungen in einer voll vernetzten Stadt des 21. Jahrhunderts gesammelt werden. Dieses interessante Projekt werden wir in der NET 11/00 vorstellen. Eircom war zugleich der Hauptsponsor des Kongresses.
Die FITCE ist ein europäischer Verbund von Telekommunikationsexperten. Die IfKom bilden zusammen mit der VHP die FITCE-Gruppe Deutschland.

Alle Beiträge sind sehr gut in dem Tagungsband (in englischer Sprache) dokumentiert, der für IfKom-Mitglieder unentgeltlich angefordert werden kann (solange der Vorrat reicht):

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Benedikt Jerusalem

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