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Bericht zur Exkursion Thyssen-Krupp-Turm in Rottweil
Zu einer spannenden IfKom-Exkursion zum Thyssen-Krupp-Turm nach Rottweil lud der OV Karlsruhe der IfKom-Region Südwest ein. Insgesamt 18 Teilnehmer(innen) folgten der Einladung am Freitag, den 11.10.2024. Wir hatten ei ne sachkundige Führung am Thyssen-Krupp-Turm gebucht. Es empfing uns am Turm der kompetente Führer, Uwe Deibner, ein ehemaliger Telekom-Kollege, der bei der Deutschen Funkturm GmbH beschäftigt war und viel Kenntnisse und Wissen um den Thyssen-Krupp-Turm einbrachte.
Bereits im Jahr 2014 wurde mit dem Turmbau begonnen und 2017 wurde er für Besucher freigegeben. Die Bauphase war spannend, der Aushub für das Turmfundament mit 29 m Tiefe, die aufwendige Gründung und anschließend das Wachsen des Turmes zu sehen. An Spitzentagen wuchs der Turm um 4 m mit der genialen Bauweise in Gleitschalung. Für den Bau des Turmes mit einer Höhe von 246 m wurden insgesamt 15.300 Kubikmeter Beton, 200 Felsnägel und 2640 Tonnen Stahl verbaut. Die öffentliche Besucherplattform liegt auf 232 m Höhe und besitzt eine beeindruckende Glasfassade ohne störendes Geländer. Die Wandstärke des Turmes beträgt im unteren Bereich 40 cm und verjüngt sich bis zur Spitze auf nur 30 cm. Die Masse des Bauwerks beträgt 40.000 t. Für die Planung und den Bau stand das verantwortliche Ingenieurbüro Werner Sobek Stuttgart AG. Der Thyssen-Krupp-Turm wurde mit dem Deutschen Ingenieurbaupreis ausgezeichnet, der mit 30 000,-€ dotiert war.
Die Betonfassade wird dabei von einem engmaschigen, halbdurchsichtigen, spiralförmigen Glasfaser-gewebe mit einer Beschichtung aus Polytetraflourethylen (PTFE) verkleidet, was den Durchmesser des Bauwerks auf 24,8 Meter ansteigen lässt. Neben dem ästhetischen Aspekt hat die PTFE-Membran eine Isolierungsfunktion, die das Turminnere vor starker Überhitzung und starker Auskühlung schützen soll. Gleichzeitig entsteht mit der Kunststoffmembran die sogenannte Scruton-Wendel, welche die Wirbelablösung am Turmschaft positiv beeinflusst und damit die für diese Bauwerke typischen Querschwingungsbeanspruchungen um etwa 40 Prozent senkt. Zusätzlich wird den Turmschwingungen mit einem Dämpfersystem ( Pendel ) entgegengewirkt. Die Wahl fiel dabei auf eine Pendelkonstruktion, die sich im Hohlraum des Wärmespeichers befindet. Das Pendel ist auf 200 m Höhe mit ca. 9 m langen Seilen abgehängt. Als Pendelmasse dienen Betonplatten, die auf einen Stahlrahmen gesetzt wurden. Im Normalzustand ist das Pendel passiv und reagiert nur auf windinduzierte Schwingungen. Das Pendel kann mit zwei Linearmotoren den Turm jedoch gezielt in Schwingung versetzen, so dass horizontale Auslenkungen am Turmkopf von bis zu 2 m möglich sind. Da können verschiedene, reale Wind- oder Erdbebenbelastungen simuliert werden und das alles wird dann zur Testplattform der Aufzüge von Thyssen-Krupp,
Das insgesamt mehr als 16.000 Quadratmeter umfassende PTFE-Glas-Gittergewebe ist auf einer Stahl-Unterkonstruktion angebracht. Diese besteht aus sechs Stahlrohrwendeln, die, auf A-Böcken gelagert, im Abstand von 1,8 bis 2,7 Meter von der Betonoberfläche von unten nach oben um den Turm herumgeführt werden. An der Spitze läuft die Membran schräg aus und gibt das obere Ende des Turmschaftes optisch mit den nach Süden ausgerichteten Fensterreihen frei mit knapp 30 m/sec bewegt sich der Fahrstuhl auf die Höhe der Besucherplattform in 232 m Höhe. Vom Fahrstuhlschacht aus ist der Blick frei in die Landschaft ! Die Beschleunigung ist moderat und oben angekommen ist der Ausblick auf der Besucherplattform grandios und beeindruckend, insbesondere durch die Glasfront bis zu den Füßen, ohne störendes Geländer ! Weit reichte der Blick ins Land, doch den Alpenblick versperrte die starke Bewölkung.
Zur Mittagspause trafen wir uns im Ristorante "Da Rosario" in der Altstadt von Rottwei,l von wo aus es dann bei der naheliegenden Tourist Information zur historischen Stadtführung ebenfalls mit Uwe Deibner ging. Wir erfuhren viel über die älteste Stadt Baden-Württembergs, den ersten Siedlungen der Römer 74 n. Christus, als Rottweil noch durch das römische Castell und die römische Siedlung Arae Flavia geprägt war, welche Rolle das Staufergeschlecht in Rottweil spielte, über die Reformationszeit, über die Stadtrechte im Mittelalter, woher der Name Rottweil kommt (aus Rot und Weiler, entstand Rottweil), wofür Rottweil auch steht, u.a. für die Hunderasse der "Rottweiler", über die heutige Rottweiler Fassnet und den Rottweiler Narrensprung natürlich, die Sitten und Gebräuche etc. etc.Gegen 17:00 Uhr war der Stadtrundgang zu Ende mit einem besonderen Dank an unseren kompetenten Stadtführer. Nach einem erlebnisreichen Tag in Rottweil konnten wir mit vielen neuen Eindrücken die Heimreisantreten.
Jürgen Gottsten