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Bericht vom Umspannungswerk Uchtelfangen
Auf reges Interesse ist der Besuch des Umspannwerkes in Uchtelfangen gestoßen. Die Saarbrücker Zeitung hatte einmal in einem Bericht das Areal als „ Der spannungsreichste Ort im Saarland“ betitelt.
Betreiber dieser Anlage ist die Fa. Amprion GmbH mit Sitz in Dortmund. Sie ist einer von vier Übertragungsnetzbetreibern in Deutschland und ihr etwa 11.000 Kilometer langes Höchstspannungsnetz transportiert Strom in einem Gebiet von der Nordsee bis zu den Alpen und es wird von ca. 2700 Mitarbeitern betreut.
Uns empfing Herr Markus Kettern der Leiter der Anlage. Er führte uns fast 3 Stunden an die verschiedensten Stationen des etwa 14 Hektar großen Geländes.
Ein Umspannwerk ist der Mittler zwischen den Kraftwerken und den lokalen Stromanbietern für den Endverbraucher. Schon lange ist die Umspannanlage so ein wichtiges Drehkreuz für die Stromversorgung des Saarlandes und daran angrenzende Gebiete. In der Vergangenheit verband Uchtelfangen vor allem das Rhein-Ruhr-Gebiet mit dem Saarland.
In einem Hochspannungsverteilnetz kommt es zu ungleichmäßigen Lasten durch den Betrieb von elektrischen Geräten, die induktive oder kapazitive Eigenschaften haben. Heute transportiert das Netz auch viel Wind- und Solarstrom. Aber die Überkapazität von Wind und der unkontrollierte Zufluss von den vielen Solarzellen, leider kann keiner die Sonne genau vorhersagen, bringt unsere Höchstspannungsnetze oft in Schieflage.
Dann muss Blindleistung her. Diese zusätzliche und wichtige Aufgabe übernimmt das Umspannwerk auch, denn diese Blindleistung ist für den Spannungserhalt, also die Qualität im Stromnetz notwendig. Durch Blindleistungskompensationsanlagen wird die Blindleistung ständig reguliert,
In Uchtelfangen arbeitet dazu ein riesiger mechanischer Phasenschieber. Früher wurde diese Blindleistung überwiegend von Großkraftwerken erzeugt und konnte diese kompensieren. Durch die Energiewende mussten aber viele dieser Kraftwerke vom Netz.
Heute müssen diese Arbeit z.B. rotierende Phasenschieber übernehmen. Sie sind eine besonders flexible Form der Kompensation, da Phasenschieber regelbar sind. Je nach Bedarf heben oder senken sie die Spannung im Netz.
Grundsätzlich müssen die Netze so dimensioniert werden, dass sie neben der Wirkleistung auch die pendelnde Blindleistung transportieren können. Bei einem steigenden Anteil von Blindleistung im Netz verringert sich die verbleibende Kapazität für die Wirkleistung. Weniger Strom in Form von elektrischer Ladung kann also transportiert werden.
Die Herausforderung für Netzbetreiber besteht nun darin, die Blindleistung auf dem richtigen Niveau zu halten: Ist sie zu niedrig, sinkt die Spannung und der Stromfluss wird gestört. Ist sie zu hoch, kann weniger Wirkleistung übers Netz transportiert werden. Deshalb werden Kompensationsanlagen in Form von Phasenschiebern, Spulen und Kondensatoren benötigt. Sie dienen dazu, je nach Bedarf Blindleistung zu verbrauchen oder zu erzeugen.
Zusammengefasst ist das Umspannwerk in Uchtelfangen mit seinem mechanischen Phasenschieber ein wichtiges Werkzeug, um die Effizienz, Stabilität und Sicherheit des Stromnetzes zu gewährleisten.
Endner/Werner, Quelle: www.amprion.net
Herr Kettern begrüßt die Teilnehmer



