Rückblick
Bericht von der Exkursion zur "Experimenta" in Heilbronn
Eine sehr kleine IfKom-Gruppe traf sich am 19. Juni 2024 in Heilbronn zum Besuch der "Experimenta", einer Dauerausstellung, die bereits seit 2019 geöffnet ist zum Erkunden, Erleben, Erfahren, Vertiefen und Gestalten. Präsentiert werden Anwendungen, Effekte und physikalische Phänomene, übrigens für Jung und Alt ( von 3 bis 99 Jahren, wie die Homepage verspricht ).
Unsere kleine Gruppe von 3 Kollegen H. Maurer, H. Förster und H. Gottstein konnte keinen Gruppentarif nutzen, aber für 12,- € kann man als Erwachsener den ganzen Tag die Experimenta über mehrere Stockwerke des futuristischen Gebäudes direkt am Heilbronner Bahnhof und am Neckar besuchen. Gleich zu Beginn gab es Einblicke in ein Fahrrad und seine einzelnen hochtechnischen Bestandteile im Sinne einer Explosions-Darstellung mit Erläuterungen zu den einzelnen Teilen. Ausgesuchte Teile an einem Auto waren der nächste Halt, welche Materialien, welche Eigenschaften, das weckte schon den technisch Interessierten, aber es wurde noch wesentlich spezieller. An besonderen "Mitmachstationen" konnte die Belastbarkeit verschiedener Materialien durch Einsatz des eigenen Körpergewichts einem Belastungstest bis zum Bersten unterworfen werden. Des weiteren konnten Klangwelten erlebt werden, wie klingen Metalle, Steinzeug, Kunststoffe durch Anregung mit einem Schlegel? Den Wind als besondere Naturerscheinung in einer "Windmaschine" hautnah zu erfahren war ein Erlebnis, und im Hörlabor konnten über eine elektronische Verstärkung sehr leise Geräusche hörbar gemacht werden, der Frequenzbereich des Hörens verschoben werden, und es wurden Experimente zum Körperschall angeboten. Eine komplexe Kugelbahn erforderte im Team alle Hebel, um die Kugel über den schwierigen Parcours zu leiten, mit schiefen Ebenen, Wippen, Katapulten etc. Eigenschaften des Lichtstrahles zu erleben, die spektrale Farbzerlegung, Licht durch Prismen umleiten und bündeln in einem Brennpunkt durch Linsen. Klassische Anwendungen sind das Fernglas und der Scheinwerfer. Wasser aufwärts zu pumpen über eine Schnecke mit Handkurbel, runde Metallscheiben in einem Magnetkanal unter Wirbelströmen nach unten gleiten lassen. Spielend konnte man viele physikalische Effekte erkunden und erleben. Ein Gleitschirmflug mit Steuerung der Gleitschirmseile, ein Daumenkino, quasi ein Filmablauf mit richtig nacheinander sortierten Karten in einem rotierenden Radkreis mit Schlitzen zum Film schauen. Im letzten Stockwerk dann Wasserspiele für die Kinder, wie Engstellen, Staudamm und Wehr bauen, Strömungen erzeugen, Wasser pumpen und Wasserfall erzeugen mit viel Nässespaß für die Kleinen. Alles sehr durchdachte spielerische Lernorte !
Am Nachmittag ging es noch in den Maker-Space gegenüber von der Experimenta. Ein Ort des Umsetzens von Projekten in mehreren hoch spezialisierten Werkstätten, täglich außer sonntags von 15:00 bis 22:00 Uhr, samstags ganztägig geöffnet. Man kann Mitglied gegen ein Jahresentgelt von 30,-€ werden und die Werkstätten mit all ihren Einrichtungen nutzen. Einige nutzen dies, indem sie Projekte gut vorbereiten und für einige Tage nach Heilbronn in den Maker-Space kommen und dort Ihre Träume verwirklichen. Aber auch viele Hochschul-Studenten kommen mit viel digitalem Wissen und Kenntnissen. Ja, was gibt es alles für Werkstätten ? Also, da wären Angebote wie die Holzwerkstatt mit stattlichem Maschinenpark und allem Werkzeug, was man so braucht, eine CNC-gesteuerte Fräse für Holz und Aluminium, zwei Drehmaschinen, Blechschneid- und Abkantbank, mehrere 3D-Drucker um selbstkonstruierte Objekte mit CAD-Software "Oneshape" auszudrucken, Umwandlung von Rastergrafik in Vektor-Grafik, HTML-Workshop und eigene Websites gestalten, ein komplettes Elektronik-Labor mit reichhaltigen Mess- und Prüfgeräten, vom elektronischen Signalgenerator bis zum Oszillograf und Lötstation, alles ist da, was man braucht, um Schaltungen aufzubauen und zu testen oder um Geräte instand zu setzen. Ein 3D-Scanner ist vorhanden mit dem man dreidimensional scannen kann und dann 3D-Druckdateien oder die Steuerung für die CNC-Fräse erzeugen kann. Ein komplettes digitales und schallisoliertes Tonstudio mit Ton-Nachverarbeitung ist vorhanden (etwas für Musiker, um Tonaufnahmen zu machen .... ), dasselbe um professionelle Videos zu gestalten, einschließlich hochwertigen Kameras mit vielen Objektiven, ein Computer-Nähzentrum mit vielen digitalen Stichvarianten und bis zu 4 Fäden, Nähmaschinen zum Sticken mit mehreren farblich unterschiedlichen Fäden, ein CNC-gesteuerter Laser-Cutter mit einer Fläche von 30 x 60cm, an dem man z.B. aus Sperrholz mit ca. 2 mm Stärke beliebige Teile mit einem 60 Watt-Laser ausschneiden kann, die man vorher mit 2D-Software digital gezeichnet hat, ein Highlight für Flugzeug- und Schiffs-Modellbauer, eine CNC-gesteuerte Folien-Schneidmaschine zum Aufbügeln der gestalteten Folien z.B. auf Textilien und andere Materialien. Alle Maschinen und Werkstätten erfordern vor der Nutzung eine detaillierte Einweisung auch auf Sicherheits-Aspekte, denn an der Nähmaschine, dem 3D-Scanner, den 3D-Druckern, der Drehmaschine und Fräse zu arbeiten, erfordert schon spezielle Kenntnisse und Kernkompetenzen.
Jetzt hoffe ich, das eine oder andere Mitglied heiß auf die Experimenta und den Maker-Space gemacht zu haben. Ein Geheim-Tipp : Nehmen Sie Ihre Enkel oder Kinder mit auf die Experimenta, Sie werden dort einen erlebnisreichen und spannenden Tag haben.
Schauen Sie mal auf folgend Web-Adressen :https://www.experimenta.science und makerspace.experimenta.science
Belastungstest mit Körpergewicht










